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Dienstag, 21. November 2017

Jeannie and friends: Ein Strich in der Landschaft mit großen rosa Ohren dran!

Es war ein für Mitte Dezember recht milder Samstagabend, ich hatte das Fenster weit geöffnet und nach einer Weile fiel mir ein lautes "MIAU! MIAU!" auf. Seltsam, die Stallkatzen machten normal doch keinen solchen Lärm! So schaute ich aus eben jenem Fenster und blickte aus dem 3. Stock von oben auf ein paar große rosa Ohren mit einem langen schmalen dunklen Körper dran. Ouha, das war keine von unseren Mäusepolizisten.
"MIAU! MIAU!"
Wohlweislich ließ ich meinen Hund Rowdy, der gerne auf die Stallkatzen Jagd machte, im Haus und lief die Treppen herunter, um die kleine Radaumieze mal näher in Augenschein zu nehmen. Sie blieb wie angewurzelt sitzen, als ich mich ihr näherte, und blickte mir unverhohlen, aber auch erwartungsvoll in die Augen.
"Meauuuuu?" fragte sie mit schiefgelegtem Köpfchen, was bei ihren großen rosa Ohren - ich erwähnte sie schon - recht witzig aussah. Ansonsten hatte sie ein weisses Gesichtchen mit grünen Äuglein, die gerade ein wenig traurig umflort ausschauten, und einen schmächtigen Körper mit Grautigerflecken im ansonsten weissen Fell.
Ich interpretierte ihre Frage richtigerweise mit "Hallo du, ich hab einen Mordshunger, du hast nicht zufällig etwas zu futtern für mich?" Als Pferdewirtin hatte ich wohl ein Gespür für hungrige Vierbeiner. 62 Pferde schauten mich immerhin 3x am Tag so an!
Dass die kleine Mieze nicht mit den Hufen bzw. Pfoten scharrte, stufte ich als gutes Benehmen ein und machte mich auf den Weg in die Futterkammer, in der katzenliebende Pferdebesitzer regelmäßig ihr Scherflein für die schadnagerbekämpfenden Stallkatzen hinterließen. Weil es fast schon Weihnachten war, fanden sich hier in diesen Tagen besonders großzügige Futterspenden für die3 fleißigen Katzen, die die Ställe, die Hallen und die Futter- und Sattelkammern mäusefrei hielten. Das war schon eine Menge Arbeit und die sollte gut belohnt werden.
Ich schnappte mir eine Dose, einen Napf und einen Löffel und ging zurück zu der Fundkatze, die sich nicht vom Fleck gerührt hatte, ihrem Hunger aber weiterhin lautstark Ausdruck verlieh. Auf einmal kam Leben in die kleine Katze, die so um die vier Monate alt sein mochte, vielleicht auch jünger. Ihr Körper war wirklich sehr klein, zierlich und schmal, das einzige, was an ihr in den letzten Wochen gewachsen zu sein schien, waren - erwähnte ich es bereits? - ihre großen rosa Ohren.
Das Geräusch, wenn man eine Katzenfutterdose öffnet, schien ihr vertraut, denn jetzt verlor die kleine Mieze endgültig die Contenance und trippelte und maunzte und rieb sich an meinen Beinen, um auch ja schnell eine Mahlzeit zu bekommen. Und so schnell, wie die erste Portion in dem Minimagen verschwand, folgte auch eine zweite, eine dritte und eine vierte. Die Dose war komplett leer, als die fremde Katze sich setzte und anfing, sich mit den Pfoten ums Mäulchen zu putzen. Ihr Blick traf meinen und es war wohl ein dankbarer Blick.
"Sag mal, wo kommst du denn nun her?" fragte ich mit einem Blick auf ihre plötzlich etwas rundere Körpermitte. Dann fiel mein Blick auf einen Karton mit Löchern drin, der auf dem Parkplatz stand...
"Oh nein, du arme Maus. Du bist doch wohl nicht ausgesetzt worden?" Ich streichelte ihr über das kleine Köpfchen und sie putzte meinen Ringfinger gleich mit. Vielleicht klebte da auch noch ein bißchen Futter dran. Vielleicht fand sie die Berührung aber auch ok.
"Hey, du brauchst einen Namen, wenn du bleiben willst", teilte ich ihr mit und überlegte. Große rosa Ohren auf dem weissen Gesichtchen, fast wie die Schleife auf dem Kopf von ....Daisy Duck. Da das Kätzchen aber ansonsten keinerlei Ähnlichkeit mit einer Ente aufwies, musste der Vorname reichen!
"Ich glaube, du bist eine Daisy. Ja, das passt gut zu dir! Eine kleine Daisy, die ganz viel Hunger hat!" merkte ich an, als die Frischgetaufte erneut ein das Köpfchen schieflegte und steinerweichend zu maunzen begann. Anscheinend hatte sie ihrem eigentlichen Besitzer bereits die Haare vom Kopf gefressen, dachte ich amüsiert, was eine Aussetzung natürlich auf keinen Fall rechtfertigt! Und so holte ich eine zweite Dose aus der Futterkammer...
Der Wind hatte sich gedreht, es wurde auf einmal kühler und ich nahm Daisy mit ins Gebäude. Wegen meinem Hund konnte sie bei mir nicht wohnen, aber es gab einen großen, gut beheizten Waschraum mit vielen Pferdedecken und auch Katzenkörben, in denen die Mäusefänger sich nur allzugerne tagsüber ausruhten. Der Raum war sogar mal vom Stallmeister mit einer Katzenklappe ausgestattet worden. Ich machte Daisy ein gemütliches Plätzchen zurecht, legte sie da ab und setzte mich auf einen Stapel Decken, um sie noch ein wenig zu beobachten. Sie schnurrte wie der alte Deutz-Traktor, der draußen stand, machte ihre grünen Äuglein zu und schlief zufrieden ein. Ein Klappern verriet, dass wir gleich Gesellschaft bekommen sollten: Die Klappe ging auf und herein kam Tarzan, der Rentnerkater, der nur noch einen Fangzahn besaß und einen halben Schwanz, der aber Großmeister im Mäusefangen und immer noch unangefochtener Anführer der Stallkatzen war. Tarzan betrachtete seine neue "Praktikantin" kurz, schnüffelte sie von oben bis unten ab und fiel zum Schluss der Begrüßung in ihr lautes Schnurren ein. Sie war akzeptiert.

Daisy lebte viele Jahre auf unserem Reiterhof und fing unzählige Mäuse, die sie auch alle in der Regel komplett auffraß. Neben diesen Frischfleischmahlzeiten war sie bei sämtlichen Fütterungen anwesend, bekam sogar oft noch einen Nachschlag. Außerdem mochte sie Speisen wie trockenes Pferdebrot, belegtes Schulbrot von den Mädchen -am liebsten mit Leberwurst, aber eigentlich egal-mit-was-drauf und machte auch vor Gurkenstücken und Äpfeln nicht halt. Wie oft hörte man ein "Oh nein, Daisy, das ist doch MEINS!" aus der Sattelkammer oder der Tribüne in der Reithalle, wenn mal wieder eines der Mädels ihre Tasche nicht richtig verschlossen hatte. Die Räuberin blieb aber trotz dieser üppigen Versorgung rank und schlank und wurde dazu noch zu einer richtig großen Katze. Sie dankte es auf ihre ganz eigene Art und Weise: Daisy mit den großen rosa Ohren (erwähnte ich die schon?) war mit Abstand das verfressenste Wesen im ganzen Stall und stellte sogar die Shetlandponys in den Schatten. Als Ausgleich haben wir noch nie eine Katze gehabt, die virtuos Mäuse quasi im Flug fing und in der nächsten Sekunde schon getötet und gefressen hatte. Frisch schmecken sie eben am besten.

Mittwoch, 15. November 2017

#imWagenvormir: Hello Darkness...

"Hello darkness, my old friend......"

Wer kennt ihn nicht, den Autofahrer-Herbstblues. Willkommen im November mit all den fiesen Tücken auf den Landstraßen und in der Stadt!  Denn die dunkle Jahreszeit birgt gleich mehrere Nachteile:
1. Es ist dauernd dunkel.
2. Es regnet dauernd und/oder es ist sehr oft neblig.
3. Winterreifen (der Name allein schon!) müssen montiert werden.
4. Morgens muss der Eiskratzer parat liegen.
5. Diverse Autofahrer können nicht mit ihrem Fernlicht umgehen.

Mit dem Fernlicht ist das auch schon so 'ne Sache. In der Fahrschule, bei den sogenannten "Beleuchtungsfahrten" lernt man den richtigen Umgang mit den Hilfsscheinwerfern bei Dunkelheit. Oberstes Gebot: Bei Gegenverkehr Fernlicht ausschalten! Und wenn es neblig ist, sieht man mit Fernlicht noch weniger als ohne, weil man sich auf den feinen reflektierenden Tröpfchen selber blendet.
Das hindert einige der lieben Mit-Verkehrsteilnehmer allerdings nicht, jene goldenen Regeln zu ignorieren. Was hat man auch auf der Gegenfahrbahn zu suchen, wenn ER gerade Auto fährt! Mit "Auto" meine ich ein Schlachtschiff an neuester Technik, höchster PS-Anzahl und die Winterreifen sind auch auf tollen Alufelgen montiert. Von vorne im Beleuchtungsmodus sieht das Schlachtschiff  aus wie eine Flugzeuglandebahn bei Nacht, schon bei eingeschaltetem Abblendlicht nebst Nebelscheinwerfern. Leider wurden bei dieser Art Auto meist vergessen, die Blinker rechts und links zu montieren. Wozu auch.

Gnädig wird vielleicht abgeblendet, wenn man ihnen entgegenkommt, aber seit neuestem liegt es wohl im Trend, mit dem Aufblenden nicht mehr abzuwarten, bis der Entgegenkommende vorbeigefahren ist. So bekommt man die gesamte Bandbreite der High-End-LED-Leuchtmittel direkt beim Passieren in die Netzhaut gebrannt! Man will ja schließlich Eindruck hinterlassen, ne? Wenn man das teure Schlachtschiff im Dunkeln schon nicht erkennen kann.
Warum man mit eingeschaltetem Fernlicht plus Nebelscheinwerfer durch eine immerhin noch beleuchtete Innenstadt fahren muss, wird auch auf ewig deren Geheimnis bleiben.

Ähnlich verhält es sich mit der sagen- und manchmal auch spinnwebenumwobenen Nebelschlussleuchte. Manche FahrerInnen wissen recht wenig um diese Sicherheitsleuchte, die im Einzelfall bei diesigem Niederschlag der Marke "The Fog-Der Nebel des Grauens" herniederrieselt eine große Hilfe sein kann. Andere gehen geradezu inflationär mit dem Schalter des Grauens um, wenn sie ihn erst einmal entdeckt haben. Blöd nur, dass der Hinterherfahrer für den Rest des Tages eine rotes Quadrat vor der Nase halluziniert. Auch hier gilt: Rücklicht- ähm, Rücksicht ist im Straßenverkehr oberstes Gebot! Und auch die Nebelschlussleuchte hat in der Innenstadt mal so gar nichts verloren, da dort die Sichtweite nur in den allerseltensten Fällen unter die magische 50-Meter-Marke fällt. Und als Deko ist sie mal so rein gar nicht zu gebrauchen. Dass die Geschwindigkeit bei eingeschalteter NSL der Sichtweite angepasst werden sollte, hat sich auch noch nicht so wirklich herumgesprochen.

Da fällt mir gerade etwas ein: Gebe der Allmächtige, dass es niemals, aber auch wirklich NIEMALS erlaubt wird, andersfarbige Nebelschlussleuchten zuzulassen. Gegen ein mildes Lindgrün hätte ich nichts einzuwenden, aber Lindgrün ist - im Gegensatz zu Pussywagon-Pink! - leider so gar keine Trendfarbe....

Light on und kommt gut durch die dunkle Jahreszeit!



Mittwoch, 1. November 2017

Jeannie bloggt: Projekt "Inboxing Jeannie"!

Hallo, liebe Katzenfreunde, heute melde ich mich mal wieder aus dem Wolkenkuckucksheim.
Eigentlich ist alles wie immer, der Kratzbaum ist noch da und ich kratz da auch immer fleißig dran rum. Manchmal klettere ich auch ein wenig, und das Copinchen freut sich dann immer und sagt "Brave, feine Jeannie" und solche schmeichelnden Sachen. Nagut, ihr zuliebe spiele ich auch mal mit einer von den rasselnden Bommeln. In diese Schlafhöhle passe ich leider nicht rein, die ist wohl entweder für irgendwelche südkoreanischen Minikatzen oder für Kitten angelegt. Nee, die ist nix für mich. Aber meine Spielzeugsammlung passt da gut rein. :-)

Und jetzt werd ich noch viel mehr gelobt. Es ist kaum auszuhalten! Da kommt das Copinchen neulich mit so einer blauen Tasche an, die an den Seiten durchsichtig ist und vorn und oben zu öffnen.

Da soll ich reingehen. Und vielleicht einen Moment drin sitzen bleiben. Und wenn ich das tue, natürlich bei geöffneten "Türen", dann bin ich die beste Katze der Welt! Na, wenn das nix ist!

Das Copinchen hat die Tasche schön im Wohnzimmer drapiert, damit ich mich dran gewöhne. Ach, wenn ich an den alten, schrecklichen Transportkäfig denke, der hatte wirklich den Charme eines kalten Regentages im November. Was hatte ich da eine Angst, als ich drin saß und zum TA musste. Ich hab ordentlich Rabatz gemacht (siehe auch "Von Menschen, Tieren und Doktoren" hier im Blog) und das Copinchen hätte mich fast nach eineinhalb Minuten wieder freigelassen. Hehe. Leider aber nur fast.

Ich hab nun mal so ein Einfang-Trauma. Das ist für mich der absolute Horror! Auch so ein lapidares Auf-den-Arm-nehmen und rumschleppen: Ohne mich! Ich hab ja selber vier Beine und kann prima damit laufen, rennen und springen. Da brauche ich kein Taxi mit nur 2 Beinen. ;-)

Und weil der Korb so furchtbar war, hab ich jetzt eine schicke, blaue Tasche für die zukünftigen TA-Besuche. Und das Copinchen hätte so furchtbar gerne, dass ich da freiwillig einsteige und ganz ruhig und gelassen auf Reisen gehe. Nun, da muss ich noch stark drüber nachdenken, ob das Not tut. Im Moment genieße ich das "Inboxing-Jeannie-Training", wie das Copinchen es nennt. Mit viel Spielen und Leckerlies und nur guten Worten. Da bin ich doch heute glatt mal zwei Minütchen drin sitzen geblieben. Wenn es ihr doch Freude macht! :-)

Ich weiss natürlich ganz genau, was sie vorhat. Ich bin ja nicht von gestern! Aber ich lass mich mal noch ein wenig verwöhnen und mache soweit mit.... Ist ja auch ein schönes Spiel soweit, ne?

Lasst es euch gut gehen, das wünscht euch
die bezaubernde Jeannie!

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Mäxchen bloggt: Die Mischvieh-WG trauert!

Hallo, liebe Freunde ...
Wir sind momentan alle sehr traurig.
Ein Mitglied unserer Stallgemeinschaft ist vor Kurzem von uns gegangen, ganz heimlich, still und leise. Er war auf einmal einfach nicht mehr da.
Dabei kann man gar nicht unbedingt sagen, dass er ein stiller Mitbewohner war.
Er hat seine Meinung oft genug in die Welt hinaus trompetet. Und die war nicht wirklich unbedingt nur positiv.
Er war auch nicht unbedingt immer nur freundlich zu uns. So oft ist er uns stur entgegen gelaufen, nicht einen Millineter zur Seite weichend. Obwohl selbst ich mindestens 4x so groß bin wie er. Und Fauchen konnte er, immer mit ein wenig Spucke dabei. Und mit seinem Schnabel konnte er auch richtig feste zubeißen. Sogar der Große Tollpatsch und auch die Gehörnten hatten Respekt vor dem weißen Motzmurkel, der, wenn er besonders schlecht gelaunt war, regelrecht auf alles losgegangen ist, was sich bewegt hat. Egal ob Katze, Pferd, Hund oder Zweibeiner. Mutig war er auf jeden Fall!
Dabei war er nicht mal dumm, im Gegenteil. Hatte man sich seine Schimpf-und Schnattertiraden einmal zuende angehört, konnte man besonders nachts unheimlich gut mit ihm über die Natur und die Welt philosophieren. Ich möchte sogar soweit gehen zu schreiben: Er war beinahe ein Poet, gefangen im falschen Körper. Dafür habe ich ihn wiederum sehr geschätzt.
Nun, er war ja nicht mehr der Jüngste und hat sehr viele seiner Artgenossen überlebt. Vielleicht war das sogar der Grund für seine oft miese Laune. Er war schon immer da, einfach da, watschelte schon lamentierend über den Hof, als Romi und ich frisch auf dem Hof angekommen waren. Man hatte ihn quasi mitgeerbt und der Legende nach gab es anfangs sogar 3 von seiner Art, die aber nach und nach zum Martinstag im Bräter gelandet sind. Ob das stimmt, vermag ich nicht zu sagen. Wenn ja, wäre das allein schon ein guter Grund zu protestieren, findet ihr nicht?
Er hat mir mal in einer stillen Stunde - es muss so kurz vor dem Morgengrauen gewesen sein - erzählt, dass er einen Heidenspaß daran hätte, das "tollpatschige große rote Pferd", wie er es ausdrückte, zu erschrecken. So hockte er gerne geduldig an der Ecke vom Reitplatz hinter dem alten Gewächshaus, wenn Romi geritten wurde, um just in dem Moment schnatternd und flügelschlagend hervorzuspringen, in dem Romi samt Reiterin die Ecke passierte. Ich verstehe das ein Stück weit auf jeden Fall. Romi rannte dann immer vor ihm weg und das genösse er sehr. Ich verstehe das ganz gut, denke ich. Der fällt auch jedesmal auf das Theater rein. ;-)
Oh, er wusste auch fremde Zweibeiner zu beeindrucken, insbesondere diejenigen, die Briefe und Päckchen abliefern wollten. Denen lauerte er ebenfalls auf, um sie mit seinem Fauchen und Flattern zu verscheuchen. Das hat sogar mehr als einmal geklappt! Er war halt einfach eine beeindruckende Erscheinung.
Seine Passion für Kraftfahrzeuge kam uns allerdings spanisch vor. Er verehrte geradezu blau lackierte Autos, bewachte sie wie seinen größten Schatz und harrte stundenlang neben einem solchen Auto aus. Und wehe, jemand anderes wollte es anfassen oder gar einsteigen und losfahren! Der- oder diejenige musste sich erst einmal was einfallen lassen, um ihn loszuwerden. Keine einfache Aufgabe! Woher er diese Macke hatte, ist sein Geheimnis geblieben, aber vielleicht war er mal in eine blaue Ente - Pardon, einen Citroen C4 in Taubenbleu - verschossen?
Nun ist es still geworden am Ententeich. Das dort postierte Geflügel hat zwar mehr als einmal auf den alten General geflucht, dass er jetzt jedoch nicht mehr unter ihnen weilt, hat sie doch sehr betrübt. Vorbei die Zeit, als er Enten und Hühner nach Spezies getrennt am Zaun aufmarschieren ließ und sie drillte. "Damit ihr nicht im Kochtopf landet!" wie er dabei nicht müde wurde zu betonen. Nun, in den meisten Fällen hat das sogar funktioniert. Als er selbiges allerdings im Frühjahr mit den Rindviechern versuchte, stieß er doch an seine Grenzen beziehungsweise auf Lottis lange Hörner. Aber auch das hat er überlebt, wenn auch nur knapp.
Er hat sich still zurückgezogen, um zu sterben. Wir fanden ihn im Wäldchen, nahe der Stelle, an der die Rindviecher mal den Zaun niedergetrampelt und abgehauen waren. Friedlich eingeschlafen war er, leicht zerzaust sein immer noch prächtiges, schneeweißes Gefieder, den Kopf unter den Flügeln steckend.
Nun vermissen wir das krächzende Geschnatter im Abendwind sehr. Es wird nicht mehr wiederkehren.
Er war ein Geschenk und eine Bereicherung für den Hof, auf seine ganz eigene Art und Weise. Möge er in Frieden ruhen, der alte Gänserich.

Sehr traurig grüßt euch
euer Mäxchen

Samstag, 23. September 2017

Mäxchen bloggt: Wahlkampf in der Misch-WG!

Hallo, liebe Freunde der bunten Parteienlandschaft! Ich bin's mal wieder, euer Mäxchen!

Wie ihr vielleicht schon wisst, bin ich ja nur ein kleines Shetlandpony, das sein kleines Unwesen irgendwo im Münsterland als Teil einer Misch-WG treibt.  Ich lebe inmitten von etwas dämlichen Kühen, cleveren Meerschweinchen, wuseligen Hühnern & Enten, einem ewig meckernden Gänserich, einem etwas trotteligen, aber liebenswerten Hund, einer sehr selbstbewussten Katze und einem tollpatschigen Großpferd, das ohne mich anscheinend aufgeschmissen ist! :-)
Und diese Tatsache bringt mich auf folgende, völlig frei erfundene und fiktive Phantasiereise, die ich gerne mit euch teilen will!

Das kleine, unbedarfte und politisch völlig wertfreie Shetty Mäxchen (also ich) surfte in der vergangenen Woche über den WLan-Hotspot unterm Birnenbaum im Internet. Und nur ein einziges Thema  2 Themen beherrschten  in den letzten Tagen die Datenautobahnen in den social networks: Die englische Woche in der Fussball-Bundesliga und die Bundestagswahl der Zweibeiner! Sie sind also aufgerufen, am Sonntag ihre Volksvertreter zu wählen und jede Partei möchte natürlich die meiste Zustimmung erhalten. Die einen werben mit heile-Welt-Plakaten, die anderen benutzen grelle Farben neben Schwarzweiss-Fotos und wieder andere zündeln mit Provokationen. Also alles wie immer.
Beim Betrachten der ganzen Wahlwerbung wurde ich sehr, sehr müde, und schließlich schlief ich neben meinem Laptop tief und fest ein.
Plötzlich stand der Hund neben mir, stupste mich mit seiner Schnauze an, hechelte mir dabei tief in die Nüstern und sagte: "Wenn du am Sonntag MICH wählst, werde ich dafür sorgen, dass die Wiesen noch grüner werden und die Massentierhaltung abgeschafft wird. Sei doch so lieb und wähl MICH, liebes Mäxchen, Würd ich voll dufte finden, du!"
"Ich werd drüber nachdenken", murmelte ich schlaftrunken. Plötzlich schreckte ich auf, denn die Hühner und Enten rannten mit schrillen Piepsen, fast wie Trillerpfeifen, über die Koppel. Neben mir bauten sie sich auf, schön im Halbkreis um mich herum und der Gänserich der tollste und schönste von allen, krähte mit seiner durchdringenden Stimme direkt in mein Ohr: "Hol dir dein Land zurück, Mäxchen! Nur mit uns wird es wieder eine rassenreine Misch-WG geben! Wir sind die Alternative für Geflügel und nur mit uns wird dieser Hof wieder great again! Am Sonntag also unbedingt AfG wählen!" Die Hühner und Enten applaudierten und glucksten und piepsten begeistert und hielten Transparente hoch: AfG ist DIE Alternative für Geflügel, stand darauf zu lesen und auf einem hielt ein besonders blasses Blesshuhn ein besonders frisches Ei in die Höhe. "Familienwerte erhalten" war darunter zu lesen.
Etwas unwirsch hob ich einen Huf und schob den kämpferischen Ganter beiseite. "Du kannst hier herumkrähen, was du willst. Aber warum soll ich euch wählen? Ich bin doch gar kein Geflügel. Ich bin ein Equide! Hier: Hufe, vier Beine, Nüstern, Schweif. Keine Flügel und keine drei Zehen."
"Du solltest dech necht onter onser VOLK mischen, doo ÄQUÄDÄ!" schnatterte der Ganter daraufhin rüde. Ich seufzte und gab ihm zu verstehen, dass seine Partei für mich im Kern unwählbar sei. "HAU AB UND NIMM DEIN FEDERWAHLVIEH MIT!"
Lamentierend zog er weiter mit seiner Gefolgschaft. Die Patriotischen Enten Gegen Die Spiegelei-Isierung Des Abendlandes, dachte ich müde. Na denn. Da ich keine Eier legen kann, sind die für mich völlig uninteressant. Sollen sie doch weiterdemonstrieren. Ich trabte zum Stall und da standen tatsächlich die Kuh Lotte Lottangela und der Große Tollpatsch Romi Romartin und duellierten sich, zum Glück nur mit Worten, denn Lottangela hat ziemliche Hörner und Haare auf den Zähnen und Romartin kann auch ordentlich beißen und treten.
"Für einen Hof, auf dem wird gut und gerne leben. Allerdings müsst ihr bis 37 arbeiten, sonst brechen unsere Sozialsysteme ein." muhte Lottangela gelassen.
"Zeit für mehr Gerechtigkeit!" dröhnte Romartin ihr entgegen. "Es kann nicht sein, dass ein Pferdepfleger noch zusätzlich Heu4 beantragen muss, um über die Runden zu kommen."
"Würde einer von euch beiden die Zäune für mehr Freiheit abschaffen?" fragte ich dazwischen.
"Nein. Die Zäune sorgen hier für mehr innere Sicherheit. Denk nur an die Wölfe, die hier jetzt überall auftauchen." sagte Lottangela gelassen. 
"Nein, die Zäune sorgen hier für mehr innere Sich..." wieherte Romartin, fast zeitgleich, als er jäh unterbrochen wurde.
"Aber ich darf Sie daran erinnern, dass Ihre Partei diese Heu4-Gesetze damals auf den Weg gebracht ..." mischte sich die Stallkatze plötzlich ein. Sie trug ein rotes Kostüm und hatte ihr Haupthaar kunstvoll zusammengewunden. "Sie beide sind für die Ungerechtigkeit auf diesem Hof verantwortlich. WIR werden das korrigieren! Und dann reißen wir die Zäune nied..." Lusahra hatte alle ihre Krallen ausgefahren und wetzte sie am Holz der Stallwand.
"Das war VOR meiner Zeit, als ich noch Bürgermeister von Würs.." brüllte Romimartin dazwischen. Die linke Stallkatze konnte er noch nie leiden.
"Lassen Sie mich mal ausreden!" kreischte Lusahra dazwischen. Lottangela stand nur ruhig da, hörte sich alles an und formte die Vorderklauen zu einer seltsamen Raute. Als sie mich bemerkte, zwinkerte sie mir zu: "Du willst doch auch, dass wir so weitermachen wie bisher? Wähl uns, die Cuh-De-Uh und alles bleibt gut. Wir schaffen das!"
"Ich werde drüber nachdenken", antwortete ich, während sich Romartin und Lusahra weiter verbal duellierten. Als ich mich aus dem Stall schleichen wollte, packte Romartin mich plötzlich am Schlafittchen: "Du findest mich doch gut, also wählst du mich, ok? Du bist mir nicht egal, und dann wird alles viel gerechter zugehen. Deine Zweitstimme also am Sonntag für die Sozial-Demokratischen-Pferde! Ich will nämlich Kanzler werden!" trompetete er stolz hinter mir her. Ich sagte "Ich werde drüber nachdenken" und verließ den Stall. Hinter mir mischten sich wieder die Stimmen von den Kontrahenten, während die Geflügelfraktion weiter demonstrierend und pfeifend über das Gehöft flatterte.
An meinem Birnbaum angekommen, erwischte ich doch glatt die Meerschweinchen, die sich über meinen Laptop hermachten. Chris, das Männchen, hatte sich anscheinend den Verlauf angeschaut und schaute mich verwundert an. "Du hast ein Laptop und interessierst dich für Politik?" quiekte er überrascht. "Dann musst du uns wählen, die Freien Demokratischen Meerschweinchen. NUR WIR SORGEN FÜR DEN DIGITALEN AUSBAU AUF DIESEM HOF! FÜR DIE ZUKUNFT, FÜR DIE WIRTSCHAFT UND DEN AUFSCHWUNG!"
Ich betrachtete Chris, das Meerschweinchen genauer. Es hatte sich einen Dreitagebart stehen lassen und war ja sowieso schwarzweiss. Allerdings war es in einen Eimer Weichzeichner gefallen und seine beiden Ladies trugen grellgelbe und magentafarbene T-Shirts. Begeistert folgten sie ihrem schönen Chris überall hin.
Ich wollte gerade mein "Ich werde drüber nachdenken" murmeln, da wachte ich plötzlich auf. Verwundert schaute ich mich um.
Es war friedlich in der Misch-WG. Alle Tiere taten, was sie immer taten: Sie fraßen etwas, sie spielten miteinander, und manchmal zankten sie sich. Aber im großen und ganzen war alles sehr friedlich.
Wir leben. Und das völlig ohne Politik. Das geht auch.

Liebe Grüße und: Bitte geht morgen wählen und wählt weise!
Euer
Mäxchen (Wahlbeauftragter der Misch-WG)! :-)

Samstag, 16. September 2017

Das Phänomen "Kratzbaum" - was Katzen wirklich wollen!

Hallo, ich bin's mal wieder, eure bezaubernde Jeannie!

Jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden, finde ich auch mal wieder Zeit, etwas zu bloggen. Und ich bin ja seit einiger Zeit tatsächlich stolze Besitzerin eines Kratzbaumes!
So ein Ding steht ja in beinahe jedem Haushalt, der einer Katze gehört, und jetzt bin ich nicht mehr die Ausnahme. :-) Der Markt bietet die verschiedensten Modelle an, da gibt es ganze Landschaften zu kaufen und aufzubauen, je nach Räumlichkeit und Anzahl der zu bespaßenden Katzen!
Ich mein ja, ich hätte jetzt nicht UNBEDINGT sowas gebraucht, ich kann ja rausgehen, wenn ich will und da rumklettern und -kratzen, aber das Copinchen war der Meinung, das müsste jetzt sein und hat zu meinem 4. Geburtstag einen großen Karton angeschleppt. Sie wirkte ein wenig erschöpft, da sie wohl 3 Läden dafür abgeklappert und dann endlich noch ein letztes Exemplar ergattert hat. Anscheinend mag sie mich, sonst hätte sie das doch bestimmt nicht gemacht, oder?

Ich beim Katzenyoga, noch ohne eigenen Kratzbaum!

Das Copinchen hat sich neulich auch einen neuen Computerstuhl besorgt, der mir nach anfänglichem Suspektieren ausgesprochen gut gefällt. Rot steht mir gut, oder? Das Teil ist ausgesprochen bequem, damit das Copinchen beim bloggen auch keine Rückenschmerzen bekommt. Wenn sie mal darauf sitzen darf, wohlgemerkt.

Ich auf Copinchens neuem Computerstuhl, der eigentlich meiner ist...;-)

Nachdem ich den Karton angemessen gewürdigt hatte, ging es an das gemeinsame Aufbauen ....


Soo viele Einzelteile!
Der Aufbau hat super geklappt, weil das Copinchen sich vorher die Aufbauanleitung sehr genau durchgelesen hat. Cleveres Frauchen! :-)

Bisher technisch alles einwandfrei, würde ich sagen. Weitermachen!


Um 14:00 Uhr MESZ ist das Bauwerk fertig. Sieht doch klasse aus! :-)

Die Schlafhöhle ist aber eher etwas für Zwergkatzen.

Aber die Spielbommeln sind ganz cool!

Die neue Zierde des Wolkenkuckucksheimes steht also in voller Pracht da. Aber vielleicht kennen andere Katzen das ja auch: Was so neu daherkommt, muss nach der ausführlichen Inspektion beim Aufbau erstmal wochenlang ignoriert werden! Sonst taugt das nix.
Ich hab also den Kratzbaum erstmal Kratzbaum sein lassen. Und dafür jede Menge Extra-Leckerlie eingeheimst, die das Copinchen auf die oberen Etagen ausgelegt hatte. Damit ich da mal draufklettere. Hab ich dann auch gemacht, ich will ja nicht, dass sie frustriert ist. ;-)

Leider war ich so schnell wieder unten, dass davon kein Foto existiert! Dafür aber dieses hier:


xD! xD! xD!

Es grüßt euch
eure
 bezaubernde Jeannie (Kratzbaum- und Computerstuhlbesitzerin)! :-)

Freitag, 1. September 2017

#imWagenvormir: Da hat der A*sch aber gleich Kirmes!

Heute morgen wäre es beinahe passiert. Ich hätte um ein Haar einen Autofahrer mit seiner eigenen Krawatte erwürgt. Oder wenigstens kräftig geohrfeigt. Ich hatte eine geradezu unbändige Lust dazu!

Grund: In der Innenstadt wird gerade die Kirmes aufgebaut und die Zufahrtsstraße zu dem Wohnheim für behinderte Menschen, wo ich 3 Personen abholen und befördern sollte, war schon gut zugestellt von einem Fahrgeschäft, einer Absperrung von der Stadt mit der Aufschrift "Anlieger frei" und der städtischen Müllabfuhr, die just in diesem Moment ihren Dienst verrichtete. Weil auch noch der Parkplatz eines Ärztehaus in diese enge Straße mündet, war das wirklich ein Geduldsspielchen.
Ich quetsch also meinen Dienst-Crafter an der Absperrung vorbei und warte darauf, dass die Müllabfuhr die 8 Mülleimer geleert hat, dann hätte ich genügend Platz gehabt, um an dem fast fertig aufgebauten Kirmesstand, aus dem noch eine Stange in die Zufahrt ragte, vorbeizukommen.
Denkste. Das wäre wohl auch zu einfach gewesen. Denn:
Der Herr im vornehmen BMW, der gerade aus dem Parkplatz kam, hatte nicht vor, mich vorbeizulassen und stellte seine Karre eineinhalb Meter aus der Parkplatzausfahrt ragend mitten auf die Straße. Ob er sich wohl im Klaren war über die Ausmaße seines Luxusgefährts: Anyway. Das hieß für mich und dem Crafter: Warten, ob er merkt, dass er gerade ausnahmsweise keine Vorfahrt hat und wieder zurücksetzt. Die Stange der Kirmesbude näherte sich bereits bedenklich meiner Windschutzscheibe! Hinter mir versuchte ein weiteres Fahrzeug, aus der davor liegenden Kreuzung einzubiegen. Ich konnte also nicht mehr zurück und nach vorne auch nicht mehr. Ruhig ein- und ausatmen also, damit die bereits vorhandenen Fahrgäste nicht mitbekommen, dass ich bereits innerlich vor Wut und auch ein wenig Panik schäumte!
Und was macht der Heini im BMW: Fährt zentimeterweise weiter vorwärts, obwohl er keine Chance hat, an mir und der Kirmesbude vorbeizukommen.
Ich dachte, mich tritt ein Pferd und mach dem Typen mit Handzeichen klar, dass ich nicht mehr vor und zurück kann, wenn er sein Fahrzeug nicht mindestens einen halben Meter zurücksetzt.
Machte er aber nicht. Er fixierte mich mit eisernem Blick und rollte noch ein Stückchen vor.
Hinter mir war nun schon die gesamte Kreuzung blockiert. Ampeln wurden rot und grün, aber keiner kam mehr vom Fleck. Die eine oder andere Hupe ertönte bereits, aber was sollte ich machen? Ich steckte mit dem Bulli fest wie der Korken in einer Flasche. Hoffentlich bekommt keiner der Insassen eine Panikattacke, mich eingeschlossen!
Der mir gegenüberstehende Fahrer dachte tatsächlich, er hätte das Rechts-vor-Links-Vorfahrtsrecht. Aber er kam von einem Parkplatz mit abgesenktem Bordstein, der Schwachmat.
Nach einer gefühlten Ewigkeit (wahrscheinlich hat er schnell gegoogelt, wer nun wohin fahren darf) setzte er sein Auto gaaanz langsam wieder zurück in den übrigens völlig freien Raum hinter ihm. Am liebsten hätte ich den Schlüssel abgezogen, den Crafter dort stehen gelassen, wo er stand und dem Typen die Meinung gegeigt. Oder einmal mit Vollgas den BMW gerammt. Aber dann wäre ich wahrscheinlich ab morgen sehr viel mehr im Internet unterwegs statt auf den Straßen, weil mein Job dann Geschichte gewesen wäre.
Besser ist, ich verprügel ihn virtuell. Also: So ein a*schgesichtiger Vollpfosten!!!

Puh, jetzt geht's mir besser. In diesem Sinne: Keep calm and ride a horse! ;-)

Nicht mehr ganz so wutschnaubend,
euer
Copinchen! ;-)